Ausgabe 58

Dieser Tage laufen sie wieder zur Hochform auf. Die Bundestagswahlkämpfer aller Couleur predigen „nachhaltiges Handeln“, ebenso wie die Manager der Fußball-
Bundesliga und deren Trainer, die mit einem „nachhaltigen Umbau“ ihrer Mannschaften die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen wollen.

Der Begriff der Nachhaltigkeit wird inflationär verwendet, ist deutlich überstrapaziert und meist effekthaschend zur bloßen Floskel verkommen. Ein Zitat (war es Kabarattist Vince Ebert?) blieb im Ohr: „Nachhaltigkeit ist ähnlich spannend wie Fußpilz“. Hat der Mann nicht recht, in Zeiten, in denen schon jeder zweite Brotaufstrich und praktisch jede Geldanlage „nachhaltig“ daherkommt oder jedes kleine PR-Büro bedeutungsschwer das Wörtchen „nachhaltig“ vor „Wachstum“ stellt und „nachhaltige Entscheidungen“ an der Tagesordnung sind?

Und dennoch: Nachhaltiges Denken und Handeln tut not, auch wenn der Begriff „Nachhaltigkeit“ ursprünglich aus der Forstwirtschaft stammt und dort eine Bewirtschaftungsart beschreibt, die zum Ziel hat, nur so viel Holz zu entnehmen wie wieder nachwachsen kann. In der Ökologie steht die Nachhaltigkeit dafür, dass ein weitsichtiger und rücksichtsvoller Umgang mit den Ressourcen betrieben wird. Genau das ist zunehmend beim Element Wasser in Schwaben der Fall. An der oberen Iller wurde das europaweite Pilotprojekt ISOBEL gestartet (Seite 10). Nachhaltig soll auch wirken, wenn Augsburg tatsächlich Welterbe-Stadt würde. Dazu muss bis 31. August 2017 der vollständige Antrag eingereicht werden, an dem Projektleiter Ulrich Müllegger derzeit intensiv arbeitet (Seite 58). Eine nachhaltige Wirkung für die Fuggergeschichte entfaltet auch die Arbeit kenianischer Forscher. Die haben vor der Küste Ostafrikas ein 500 Jahre altes Schiffswrack gefunden, das eine wertvolle Fracht trug: kupferne Ingots, aus heutiger Sicht sensationell gekennzeichnet mit der Handelsmarke der Fugger (Seite 50).

Neben unserem Schwerpunktthema finden Sie in diesem Heft Themen wie Stiftungsmanagement, “Kein Geld für Kultur”, ein umfangreiches Spezial: Augsburg, Veranstaltungen und zum Start den zweiten Teil unser Serie „Historische Wirtshäuser“, die uns zur Katzbrui-Mühle ins Unterallgäu führt.

Das Inhaltsverzeichnis als PDF gibt es hier.

 

Bookmark the permalink.