DER STILLE MACHER

Martin Ziegelmayr ist Goldschmied, Kirchenverwalter, Galerist und ein Förderer der Kunst.

2001 gründete Martin Ziegelmayr in der Peutingerstraße 10 seine eigene Galerie MZ. Später kamen in der Peutingerstraße 16 weitere Räume hinzu. In seinen Galerieräumen widmet sich der Augsburger besonderer Kunst. Mainstream kam für ihn nie infrage. / Stefan Mayr /

Als Gold- und Silberschmied ist Martin Ziegelmayr aus Augsburg durchaus bekannt, unter anderem schuf er Abt-Stab und -Kreuz für Salzburg oder ein Amulett als Geschenk der Bayerischen Staatskanzlei für Papst Franziskus. An Aufträgen mangelte es dem 71-Jährigen während seiner langjährigen Selbstständigkeit jedenfalls nicht. Doch einem Menschen voller Schaffenskraft – so wie ihm – genügt das nicht. Schon früh entdeckte er seine Liebe zur Kunst, quer durch – fast – alle Epochen. Er fing an zu sammeln – das, was ihn berührte, überzeugte, und: natürlich auch zu erstehen war. Ziegelmayr: „Mit Recherchen habe ich viel Zeit verbracht, gerade wenn es um meine persönlichen Lieblingsstücke ging.“ Diese galt es aufzuspüren – bei Händlern oder auf Auktionen – und: wenn möglich zu erwerben.

In dieser Zeit entstand bei dem Augsburger auch die Idee, eine eigene Galerie zu betreiben. Am 30. Juni 2001 war es soweit. In der Peutingerstraße 10 (später in der Peutingerstraße 16) eröffnete er in seiner Galerie MZ die erste Ausstellung mit dem italienischen Künstler und Psychotherapeuten Gaetano Lenti-Melle. Schon hier zeigte sich, dass der Galerist nur ausstellen würde, was ihn persönlich anspricht und bewegt. Standardware oder Mainstream kamen für ihn nie infrage. So zeigte er in den Räumen immer die besondere Kunst, unabhängig davon, ob die Künstlerinnen und Künstler nun international bekannt waren (Stephen Conroy, Frank Auerbach, Henry Moore, Alfred Hrdlicka, Joseph Beuys, Santiago Sierra und andere), beziehungsweise erst am Anfang ihrer künstlerischen Laufbahn standen (Elisa Bertaglia, Markus Wülbern, Bernhard McQueen oder auch der Autor dieses Artikels).

Und wäre das noch nicht genug, ist Martin Ziegelmayr auch noch ehrenamtlich Kirchenverwalter von St. Peter am Perlach (fast ein Fulltime-Job!). Die durch das Gnadenbild der Maria Knotenlöserin weltweit bekannte Kirche neben dem Perlachturm in Augsburg fällt seit 1780 in die Zuständigkeit des damals gegründeten Bürgervereins St. Peter. Diesem gelang es – nach der Säkularisation – den Abriss des Gotteshauses zu verhindern. Ziegelmayr ist dort als Verwalter eingesetzt und realisierte dort seit 2004 dann ebenfalls Ausstellungen und Kunstprojekte. So zeigte er in St. Peter Arbeiten von Jonas Hafner, Gabriele Grones, Barbara Hlali, Alfred Hrdlicka oder Jannis Kounnellis.

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in der top schwaben Ausgabe Nr. 91